


























- Kennst du mein Licht?
Dein Licht ist warm und ruhig
ist nicht Kerze ist nicht Glut
es braucht den Docht nicht
braucht nur dich
ewiglich
Das Feuer flackert, lodert, braust
verdeckt dein Licht mit hellem Schein
wo Feuer brennt, vertreibt`s die Finsternis
doch alles bleibt getrennt
Lass Feuer lodern
behüte nur dein Licht
es leuchtet warm und ruhig und wächst
und es umarmt die Finsternis
es trennt nicht
es liebt die Finsternis
——————————————————–
















Ein Traum
Es war noch früh am Morgen. Gerade hatte die Nacht die letzten Schleier vom Himmel gezogen. Mit einem zartem, blassrotem Leuchten erwachte der neue Tag. Ich lag noch im Bett. Es war die Zeit zwischen Schlafen und Aufwachen.
Gedanken kommen zu mir. Ich staune sie an, kann sie aber nicht festhalten. Meine geschlossenen Augen sinken sachte wieder in den Schlaf. Von irgendwoher kommt ein wunderschönes Leuchten, warm und hell umfließt es mich. Wundervoll wohltuend strömt es wieder fort von mir und sehnsüchtig will ich ihm folgen. Da lösen sich aus dem Licht tanzend einige kleine Schnuppen und kommen wieder zurück. Fröhlich aufgeregt wirbeln sie durcheinander, entfernen sich dabei immer mehr von der fortziehenden Lichtwolke. Ein Engel tritt ihnen entgegen. Groß und strahlend steht er vor den tanzenden Schnuppen.
„Wer seid ihr denn und wo wollt ihr hin?“
„Wir sind Tropfen wie die dort drüben. Siehst du, sie glitzern wie wir. Und wir wollen zur Erde.“
„Ja, das wollt ihr, aber Tropfen seid ihr nicht. Dort die Tropfen sind Wasser. Sie haben kein eigenes Licht. Sie glitzern, weil sie unser Licht auffangen. Sie sind auch auf dem Weg zur Erde. Aber ihr Weg ist nicht euer Weg. Hier sind sie unzählige kleine Tropfen und kommen als Regen auf die Erde, einer getrennt vom anderen. In Bächen und Flüssen fließen sie zusammen, umströmen und beleben die Erde bis sie sich im Meer vereinen. Dann lösen sie sich wieder, steigen mit Hilfe der Sonne auf und und trennen sich von einander. So werden sie wieder zu den einzelnen Tropfen, die ihr dort seht.
„Das wollen wir auch. Wir wollen auch die Erde beleben und erneuern.“
„Das werdet ihr auch. Aber ihr seid Menschen. Ihr kommt aus dem Licht. So wie die Tropfen sich auf der Erde im Meer vereinen werden, ward ihr im Licht vereint. Und so, wie die Tropfen hier einzeln für euch erscheinen, werdet ihr auf der Erde einzeln erscheinen, um euch dann wieder im Licht zu vereinen. Die Tropfen sind gebunden an Raum und Zeit. Ihr könnt zurückkehren ins Licht. Im Licht seid ihr einig mit allen Schöpferkräften. Um die Schöpfung weiter gedeihen zu lassen habt ihr euren Weg begonnen. Jetzt wisst ihr das nicht mehr. Auf eurem Weg zur Erde werdet ihr alles vergessen. Von diesem Vergessen habt ihr gewusst, als ihr im Licht vereint ward. Deshalb habt ihr mich geschaffen. Damit ich eure Wege begleite. Und wenn ihr auf der Erde das Licht vergesst und im Dunkeln seid, könnt ihr mit mir das Licht wieder finden. Ihr seid Licht, auch wenn ihr es dann nicht mehr wisst. Und so, wie in jedem Tropfen die belebende und gestaltende Kraft des Wassers ist, so ist in euch die Schöpferkraft, um die Schöpfung immer wieder zu beleben und zu gestalten.“
„Dann sind wir ja doch Tropfen und machen das selbe wie sie. Warum gehen wir dann einen anderen Weg?“
„Alles ist aus dem Licht entstanden. Die Steine, das Leben der Pflanzen, das Fühlen der Tiere. Sie alle gaben den verschiedenen Kräften eine Form und einen Platz auf der Erde und verloren so das Licht. Der Mensch kann sich immer weiter entwickeln. Weil die anderen Erdenwesen Leib, Leben und Seele fest mit der Erde verbunden haben, kann der Mensch frei das Licht zur Erde tragen. Licht und Dunkel sind getrennt. Zwischen ihnen lebt die Schöpfung. Ihr als einzige Wesen seid mit beiden, mit Licht und Dunkel verbunden. Und ihr seid die Wesen, die durch das Leben und Wirken auf der Erde die Schöpfung gestalten können. Das können Wesen, die sich fest mit der Erde verbunden und so die Lebensmöglichkeiten geschaffen haben, nicht mehr. Sie haben die Lichtesschöpfungskraft dafür verlassen müssen.
Alles, was lebt, geht durch Geburt und Tod, aber nur ihr Menschen könnt die Kraft des Lichtes durch die Geburt auf die Erde bringen. Immer ist die all-einige Schöpferkraft mit euch und euer Weg ist der Weg der Schöpferkraft zum Dunkel. Eure Liebe kann Licht und Dunkel vereinen.“
„Dann ist unser Weg aber schwer. Die Tropfen haben es da viel leichter.“
„Darum werdet ihr auch vergessen, was ihr jetzt noch wisst und unwissend und ohne Last euren Erdenweg beginnen. Jetzt schon wisst ihr nichts mehr vom Licht. Dort habt ihr eure Schöpferkräfte genutzt, habt euren Erdenweg vorbereitet, habt mich geschaffen, damit ihr das Licht nicht verlieren werdet und habt das Vergessen geschaffen, damit ihr frei handeln könnt. Wir Engel sind, wie die Tiere, Pflanzen und Steine, nicht frei in unserem Tun. Ihr seid die Schöpfer von allem und im Licht findet ihr in der Einigkeit die neuen Aufgaben. Auf der Erde erfüllt ihr sie. Dort seid ihr getrennt. Dort erfahrt ihr eure Menschenkraft. Ihr geht nebeneinander her und versteht einander nicht mehr, weil euer Wissen das Licht nicht mehr erreicht. Das ist die Dunkelheit. Wenn euer Licht der Dunkelheit begegnet kann Neues entstehen. Das ist die Menschenkraft – Licht und Dunkelheit neues gebären zu lassen. Das ist die alles umfassende Liebe der Menschen. Würdet ihr auf der Erde davon wissen, wäre alles vorher bestimmt. Das Wissen um die Zukunft lähmt die Menschenkraft. Ihr müsst frei schaffen können. Licht und Finsterniss werden immer bei euch sein. Zwischen ihnen werdet ihr auf der Erde leben und jeder Mensch bringt sein Licht auf seinem Weg zur Dunkelheit. Alles in der Schöpfung hat seinen Platz, alles ist eins, alles erfüllt die Schöpfung, alles gehört dazu und ist richtig. Ihr werdet auf der Erde nicht oft erkennen können, dass auch die anderen Menschen das Richtige tun. Und wenn ihr in der Dunkelheit das Licht nicht mehr seht, kann ich euch helfen, das Licht wieder zu finden. Geht euren Weg und achtet darauf, mich zu bemerken, wenn ich mich euch zeige. Auch das wird euch schwer fallen, aber das war euer Wille im Licht. Dort erwachte euer Wunsch, auf der Erde zu leben. Ich kann euch immer wieder damit verbinden, wenn ihr danach sucht. Geht nun euren Weg. Habt Freude an allem, was ihr bis jetzt geschaffen habt. Das ist die Quelle für alles Weitere. Gebt der Liebe Raum und Zeit auf der Erde. Das ist die Kraft des Menschen.
Stolperworte
Ich stolpere über Wörter. Über manche schon seit Langem, immer wieder. Und wenn ich das Gleichgewicht wiedergefunden habe, wieder gleichmäßig mit beiden Füßen vorankomme, hat sich die Welt verändert.
Allein ist so ein Wort.
Ich sitze im Garten, es wird dunkel. Vor mir auf dem Tisch flackert ein Windlicht. Ich habe Papier und einen Stift und will schreiben.
Irgendwo reden Leute, lachen. Ich bin allein.
-Ich bin allein- schreibe ich und stolpere.
Ich bin nicht verlassen, ich bin nicht traurig. Im Gegenteil, ich freue mich auf´s Schreiben. Und doch steht da – ALLEIN.
Ich schaue es an. Es sieht traurig aus, aber da ist noch etwas. Und plötzlich sehe ich – das sind ja zwei Wörter. Ich trenne sie. ALL – EIN, eins, einig, einig mit dem All bin ich und glücklich schreibe ich mir das Herz leer.
Ein andermal schreibe ich eine Nachricht. Erstaunliches hatte ich erlebt und wollte mitteilen, wie wunderbar mein Tag war. WUNDERBAR – da war es wieder, das Stolpern. Wunder-bar, was heißt das? Ich gehe bar- fuss, bar-häuptig, ich bin manchmal bar jeder Vernunft. Ich gehe ohne Schuhe, ohne Kopfbedeckung, bin ohne Vernunft, alles zu seiner Zeit. Aber wunder – ohne was denn? Oder heisst wunderbar: ganz ohne Wunder?
Mein Tag war voller Wunder, also schreibe ich: WUNDERVOLL.
Wundervoll – so wünsche ich mir die Welt und stolpere nun immer wieder bei wunderbar.
Am meisten stolpere ich zur Zeit über das Wort Ich. Dauernd benutze ich es, aber was meine ich denn damit? Und warum kann jeder zu sich „ich“ sagen? Wir sind doch alle so verschieden, jeder ist einzigartig. Meinen wir das mit „ich“, oder meinen wir etwas anderes?
Im Ausweis müssen wir den Namen angeben, damit wir uns unterscheiden. Würden wir statt dessen „ich“ hinein schreiben, wüssste niemand, wer gemeint ist.
Das kleine Kind lernt spät, zu sich ich zu sagen. Wir sagen, es erkennt sich dann selbst, es grenzt sich von der Umwelt ab. Aber – vorher hat es meistens schon seinen Namen benutzt. Karl, Mama und Papa, jeder hat seinen Platz. Wozu braucht Karl das Ich? Wo kommt das her?
Dass das Kind aus Mama´s Bauch kommt, wissen wir, auch wie es hinein kommt. Aber alles andere?
Vielleicht hat Karl die Erinnerung an das Ich durch die Geburt verloren und sie dann endlich wiedergefunden. Vielleicht hat er gespürt: alle sind ich. Und mit Freude hat er sich erinnert: da komm ich her, da ist mein zu Hause.
Wo alle ich sind gehöre ich hin, da fühl ich mich wohl, freut er sich und ist nun auch Ich.
Mir war diese Bedeutung verloren gegangen. Aber jetzt weiß ich: da, wo wir einig sind, einig mit dem All, da ist mein Ich. Und ich ahne, wir benennen wirklich das Gleiche, wenn wir „ich“ sagen.
Was für ein Unterschied. Dein Ich und mein Ich – vereint dort, wo alles Ich ist, vereint mit allen Menschen der Welt.
Hier sind wir alle du und und stehen uns gegenüber.
Ich sind wir gemeinsam. Da ist Frieden.
Hab ich´s als Kind gespürt? Vielleicht, ich weiß es nicht mehr.
Noch stolpere ich über das Ich, aber langsam geht es vorwärts.
Jedes Mal, wenn ich ich sage, spüre ich, ich wende mich dem zu, wo alle Menschen herkommen, auch wenn sie auf der Erde so verschieden erscheinen. Ich verstehe sie nicht, sie sind mir fremd, unsere Wege sind verschieden, aber ich erlebe unsere Gemeinsamkeit und bin glücklich.
Schon immer haben neue Gedanken die Welt verwandelt. Meine Welt, mein Leben, was mir passiert verändert sich gerade sehr.